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Vorderlader

Die Vorderlader - im Schützenverein von 1800

eine sehr erfolgreiche Truppe.

 

 

30 Jahre ist nun her, als in Papenburg auf den Schießstand des Schützenvereins von 1800 zum ersten Mal wieder die Vorderlader knallten. Karl Mügge, heutiger Leiter der Vorderladergruppe und Kreisreferent für das Vorderladerschießen hatte sich, angeregt durch amerikanische Fachliteratur und Liebe zu alten Feuerwaffen die erste Vorderlader-Kentucky-Büchse zugelegt. Vorerst noch belächelt von den anderen Sportschützen konnte er schnell Interessenten für sein Vorderladerschießen gewinnen. Ungefähr zur gleichen Zeit nahm auch der Deutschen Schützenbund das damals noch kleine Häuflein der Vorderladerschützen in Deutschland unter seine Fittiche. Jetzt konnten die ersten regionalen und überregionalen Wettkämpfe ausgetragen werden. Von da an ging es ständig aufwärts. Die Papenburger Vorderladerschützen nahmen fortan alljährlich an den Wettkämpfen des Deutschen Schützenbundes teil. Seit 1983 sind sie regelmäßig bei den Deutschen Meisterschaften vertreten. Bis heute wurden unzählige Meisterschaften gewonnen, Viele Kreis- Bezirks- und Landesmeistertitel gingen nach Papenburg. Die Vorderladerschützen haben einen großen Teil zur Erhaltung der Tradition, des Schießsports und des Vereinswesens beigetragen.
 

Vorderladerschützen!

 

Als Mitte des vergangenen Jahrhunderts die ersten brauchbaren Metallpatronen auf den Markt kamen, warfen Jäger und Schützen ihre Vorderlader zum alten Eisen und die Soldaten stellten die Ihren ins Arsenal. Zwar gab es noch hier und da einige alte Waidmänner, denen es nichts ausmachte, mit altmodischen Feuerrohren samt angestecktem Ladestock und Pulverhorn auf die Jagd zu gehen. Doch nach und nach verschwand der Dampf von verbranntem Schwarzpulver aus den Wäldern Europas und damit schlug den Vorderladern endgültig das letzte Stündchen. Daß das Schwarzpulverschießen heute eine beispiellose Renaissance, eine Wiedergeburt erlebt, war nicht vorauszusehen, doch es ist erklärbar. Was ist nun in Vorderlader? Im Gegensatz zu modernen Waffen, wo die Komponenten die zum Schuß benötigt werden in einer einzigen Patrone vereinigt sind, werden beim Vorderlader das Pulver und die Bleikugel von vorne in den Lauf gebracht. Das Zündhütchen wird auf das Piston am Laufende gesetzt wird durch den Schlaghahn entzündet und bringt die Pulverladung im Lauf zur Explosion.
Die Kugel wird aus dem Lauf getrieben. Die ein fachste denkbare Vorderladerwaffe könnte jeder Schlosser in kurzer Zeit herstellen. Ein Stück Rohr an einem Ende verbolzt oder verschweißt und mit einer Zündlochbohrung versehen. Die allersersten Feuerwaffen vor etwa 600 Jahren sahen tatsächlich so aus, sie bestanden nur aus dem Rohr oder
Lauf. Alle anderen Teile kamen erst nach und nach hinzu: der hölzerne Schaft, Kimme und Korn, die mechanische Zünd - und Abzugseinrichtung. Auch in ihrer letzten Vollkommenheit, die sie nach einem halben Jahrtausend erreichten, waren die Vorderladerwaffen immer noch recht einfache Geräte. So ist es auch heute noch. Das ist sicher mit eines der Gründe, weshalb sich viele Sportschützen dem Schießen mit Vorderladern verschrieben haben. Längst hat sich natürlich, wie ist es in Deutschland auch anders möglich, der Vorderladersport vom reinen Hobbyschießen zum Leistungssport mit allem Drum und Dran entwickelt. 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 01. April 2009 um 08:50 Uhr )